Geräucherter Wels

Neulich kam mein Nachbar Vokurka bei mir vorbei. Ein alter Angler mit einem Kaiser-Schnurrbart und einer Fantasie, für die sich selbst Baron Münchhausen nicht schämen müsste. Angeblich hat er in Nové Mlýny einen drei Meter langen Wels gefangen. Zwei Stunden lang hat er ihn gedrillt, die Rute wäre fast gebrochen, das Boot beinahe gesunken, und am Ende hat sich dieser Moby Dick losgerissen. „Vokurka, drei Meter? Das kann ich kaum glauben!“ „Ich auch nicht, Kaiser. Als ich das letztes Mal erzählt habe, waren es nur zweieinhalb.“

Ob dieser Wels wirklich drei Meter hatte, werden wir wohl nie erfahren. Aber eines weiß ich sicher. Wenn man ein ordentliches Stück Welsfleisch in eine gute Lake einlegt und es dann schön langsam räuchert, ist das ein Festmahl, für das es sich lohnt, den Räucherofen anzuwerfen.

Also genug geredet, Herrschaften. Packen wir's an!

WELS-KOTELETTS (CA. 4 CM DICK)
1 L HELMUTS PÖKELLAKE (6%)
FISH-RÄUCHERMISCHUNG (BLEND)

Zubereitung

Zuerst bereiten wir die Lake vor. In einem Liter Wasser rühren wir Helmuts Pökellake ein und lassen sie leicht aufkochen, damit die Gewürze all das Gute freisetzen. Dann gießen wir kaltes Wasser dazu und lassen die Lake im Kühlschrank richtig abkühlen. In eine warme Lake geben wir den Fisch auf gar keinen Fall!

Den Wels zerteilen wir mit einem scharfen Hackbeil in schöne, gleichmäßig dicke Koteletts, etwa 3–4 cm. Überschüssiges Fett schneiden wir ab und legen das Fleisch in die gekühlte Lake. Dort darf es sich 3 Tage in der Kälte ausruhen. 

Den Räucherofen stellen wir zuerst auf 50 °C ein und lassen den Wels ein Stündchen ohne Rauch trocknen. Dabei lassen wir uns Zeit, denn eine trockene Oberfläche ist die Grundlage für ein schönes Räucherergebnis.

Danach erhöhen wir die Temperatur auf 80 °C, fügen ordentlich Rauch von unserer Fisch-Räuchermischung hinzu und räuchern etwa 5 bis 6 Stunden, bis die Koteletts eine schöne goldene Farbe annehmen.

Den fertigen Wels holen wir aus dem Räucherofen und lassen ihn einen Moment ruhen. Dann reichen schon ein paar Tropfen Zitrone, eine ordentliche Scheibe Brot und wir können schlemmen.

Und falls euch jemand fragt, wie groß der Wels eigentlich war, den ihr da geräuchert habt, könnt ihr ruhig ein paar Zentimeter dazuschlagen. Nachbar Vokurka würde euch sicher erklären, dass man das unter Anglern nicht Lügen nennt, sondern Längenschätzung unter erschwerten Bedingungen.

Guten Appetit, Herrschaften!